Glossar Mediation

Shuttlemediation

Begriff Definition
Shuttlemediation

Shuttlemediation ist eine Methode für Konflikte, bei denen direkte Kommunikation zwischen den Parteien schwierig ist. Sie wird auch Pendel- oder indirekte Mediation genannt. Im Gegensatz zu normaler Mediation, wo alle Parteien zusammenkommen, finden bei Shuttlemediation die Gespräche in separaten Räumen statt. Ein Mediator wechselt zwischen den Räumen und übermittelt Informationen und Vorschläge. Diese Technik wird verwendet, wenn emotionale Spannungen, Machtungleichgewichte oder Misstrauen zwischen den Parteien herrschen und direkter Austausch nicht möglich ist. Der Mediator spielt eine Schlüsselrolle, um die Standpunkte zu kommunizieren und eine Einigung zu fördern.

Ablauf einer Shuttlemediation
Der Ablauf einer Shuttle-Mediation beginnt in der Regel mit einem Vorgespräch zwischen dem Mediator und jeder Partei einzeln. Hierbei wird der Konflikt besprochen und die Erwartungen an die Mediation geklärt. Anschließend werden die Parteien in getrennte Räume gebracht und der Mediator beginnt mit dem Pendeln zwischen ihnen.
In jeder Runde der Shuttlemediation hat der Mediator die Aufgabe, die Standpunkte und Interessen der jeweiligen Partei zu erfragen und zu verstehen. Diese werden dann in einer verständlichen und neutralen Art und Weise an die andere Partei weitergegeben. Der Mediator achtet dabei darauf, dass die Kommunikation respektvoll und konstruktiv bleibt und keine Vorwürfe oder Schuldzuweisungen ausgesprochen werden.
Nach jeder Runde haben die Parteien die Möglichkeit, die erhaltenen Informationen zu reflektieren und neue Vorschläge zu machen. Der Mediator unterstützt sie dabei, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und diese zu bewerten. Ziel ist es, eine für beide Seiten akzeptable Einigung zu erzielen.

Vorteile einer Shuttlemediation
Eine Shuttle-Mediation bietet verschiedene Vorteile gegenüber einer direkten Mediation.

  1. Zum einen ermöglicht sie den Konfliktparteien, in einer geschützten Umgebung miteinander zu kommunizieren, ohne direkt aufeinander zu treffen. Dadurch können sie sich besser auf ihre eigenen Standpunkte und Interessen konzentrieren und werden nicht von Emotionen oder Konfrontationen überwältigt.
  2. Zum anderen kann eine Shuttlemediation auch in Fällen eingesetzt werden, in denen eine direkte Kommunikation nicht möglich oder sinnvoll ist. Sie bietet den Parteien die Möglichkeit, ihre Positionen und Bedürfnisse klar und deutlich zu äußern, ohne dabei auf die Reaktionen der anderen Partei Rücksicht nehmen zu müssen.
  3. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität der Shuttle-Mediation. Da die Parteien nicht an einen Tisch gebunden sind, können sie sich auch an verschiedenen Orten oder zu unterschiedlichen Zeiten treffen. Dies kann besonders hilfreich sein, wenn die Konfliktparteien räumlich getrennt sind oder zeitliche Einschränkungen haben.

Unterschiede zur klassischen Mediation
Der Hauptunterschied zwischen der Shuttle-Mediation und der klassischen Mediation liegt in der räumlichen Trennung der Konfliktparteien. Während bei der klassischen Mediation alle Parteien gemeinsam an einem Tisch sitzen und direkt miteinander kommunizieren, werden bei der Shuttlemediation die Gespräche über den Mediator geführt. Dies ermöglicht den Parteien, sich auf den Konflikt zu konzentrieren, ohne von Emotionen oder Spannungen beeinflusst zu werden, die möglicherweise in der direkten Kommunikation auftreten könnten.

Fallbeispiel aus der Trennungsmediation
Anna und Max haben beschlossen, sich nach 10 Jahren Ehe zu trennen. Sie haben zwei gemeinsame Kinder und sind sich in vielen Punkten uneinig, wie die Trennung ablaufen soll. Beide sind sehr verletzt und können kaum miteinander sprechen, ohne in einen Streit zu geraten.

  1. Die Vorbereitung
    Anna und Max sprechen zu Beginn der Mediation einzeln mit dem Mediator, um ihre Perspektiven zur Trennung zu schildern. Der Mediator hört zu und bemüht sich, die Bedürfnisse beider Parteien zu erfassen.

  2. Die erste Shuttle-Runde
    Der Mediator führt die sogenannte Shuttle-Mediation durch, indem er zwischen Anna und Max vermittelt, um deren Standpunkte und Bedürfnisse indirekt auszutauschen, sodass sie nicht direkt miteinander sprechen müssen.

  3. Die gemeinsame Lösungsfindung
    In der Mediationssitzung präsentiert der Mediator Lösungsvorschläge für Annas und Max' Trennung und regt zum Austausch ihrer Ansichten an. Dank der vorherigen Gespräche verstehen sie einander besser und streben nun eine gemeinsame, akzeptable Lösung an.

  4. Die Abschlussvereinbarung
    Nach einer Einigung wird eine Abschlussvereinbarung erstellt, die alle Entscheidungen zur Trennung enthält. Der Mediator prüft die Zufriedenheit beider Parteien mit der Vereinbarung, bevor sie zur Unterschrift weitergeleitet wird.

  5. Die Nachbetreuung
    Der Mediator unterstützt Anna und Max auch nach der Mediation weiter, indem er Nachbetreuung anbietet, um die Einhaltung der Vereinbarungen zu sichern und mögliche Probleme zu klären.

Anna und Max konnten mithilfe der Shuttlemediation und eines neutralen Mediators ihre Trennung in einem geschützten Rahmen diskutieren und eine beidseitig akzeptable Lösung finden, ohne in Streit zu geraten.

Synonyme: Shuttle-Mediation
© 2025 Frank Hartung Ihr Mediator bei Konflikten in Familie, Erbschaft, Beruf, Wirtschaft und Schule

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Frank Hartung - Familien- und Wirtschaftsmediator hat 4,93 von 5 Sternen 259 Bewertungen auf ProvenExpert.com