Konflikte entstehen selten von einem Moment auf den anderen. Oft gab es vorher viele Gespräche. Man hat versucht zu erklären, was einen stört, nach Lösungen gesucht und vielleicht sogar Vereinbarungen getroffen. Trotzdem kommt man irgendwann immer wieder an denselben Punkt. In Familien und Partnerschaften kann das ebenso geschehen wie zwischen Kollegen, Führungskräften oder Geschäftspartnern. Mit der Zeit verändert sich häufig nicht nur das Gespräch. Auch die Sicht auf den anderen verändert sich. Man hört nicht mehr nur, was gesagt wird, sondern auch das, was man inzwischen erwartet.
Mediation kann einen Rahmen schaffen, in dem wieder ein anderes Gespräch möglich wird. Nicht, indem ein Mediator entscheidet, wer recht hat. Sondern indem die Beteiligten ihre unterschiedlichen Sichtweisen, Interessen und Bedürfnisse einbringen und gemeinsam nach einer Lösung suchen können, die für sie tragfähig ist.

Mediation – wenn Sie miteinander eine Lösung finden wollen
In einer Mediation bleiben die Entscheidungen bei den Menschen, die vom Konflikt betroffen sind. Als Mediator gebe ich keine Lösung vor und entscheide nicht darüber, welche Sichtweise richtig oder falsch ist. Meine Aufgabe besteht darin, das Gespräch zu strukturieren und dabei zu unterstützen, besser zu verstehen, worum es den Beteiligten tatsächlich geht. Hinter scheinbar unvereinbaren Positionen stehen häufig Interessen und Bedürfnisse, über die bisher kaum gesprochen wurde. Aus einem „Das kommt für mich nicht infrage“ kann dann die Frage werden: „Was ist mir daran eigentlich so wichtig?“ Und ebenso: „Was braucht die andere Seite, damit eine Vereinbarung für sie möglich wird?“
Mediation verspricht nicht, dass jeder Konflikt gelöst werden kann. Sie eröffnet aber die Möglichkeit, festgefahrene Gespräche wieder in Bewegung zu bringen und Lösungen zu entwickeln, für die die Beteiligten selbst Verantwortung übernehmen können.
Wie ich Sie als Mediator unterstütze
Wenn Menschen zu mir in eine Mediation kommen, haben sie meist sehr verschiedene Sichtweisen auf das, was geschehen ist. Sie bringen ihre Erfahrungen mit, ihre Erwartungen und häufig auch Enttäuschungen darüber, wie der Konflikt bisher verlaufen ist. Was für die eine Seite selbstverständlich erscheint, kann von der anderen vollkommen anders erlebt worden sein.
Ein schneller Kompromiss ist für mich noch keine gute Mediation. Bevor es um Lösungen geht, möchte ich verstehen, was hinter den unterschiedlichen Sichtweisen steht. Ich höre zu, frage nach und unterstütze die Beteiligten dabei, das auszusprechen, was im bisherigen Konflikt vielleicht nicht mehr gehört wurde.
Dabei bin ich allparteilich. Das bedeutet für mich mehr als Neutralität oder gleiche Redezeit. Ich versuche, die Sicht jeder beteiligten Person nachzuvollziehen, ohne sie zu meiner eigenen zu machen und ohne darüber zu urteilen, welche Seite recht hat.
Nicht jede Meinungsverschiedenheit muss ausgeräumt werden. Unterschiede dürfen bestehen bleiben. Entscheidend ist, ob die Beteiligten einen Umgang damit und Vereinbarungen finden können, die für ihre weitere Beziehung oder Zusammenarbeit tragfähig sind.
Wo Mediation helfen kann
Ein Streit zwischen Eltern nach einer Trennung folgt einer anderen Dynamik als eine Auseinandersetzung zwischen Geschäftspartnern oder innerhalb eines Teams. Trotzdem gibt es eine Gemeinsamkeit: Die Beteiligten müssen einen Weg finden, mit unterschiedlichen Interessen, Erwartungen und manchmal auch Verletzungen umzugehen.
Meine Tätigkeit als Mediator umfasst deshalb unterschiedliche Lebens- und Arbeitsbereiche. Zwei Schwerpunkte bilden die Familienmediation und die Wirtschaftsmediation.
Familienmediation – wenn Beziehungen trotz Konflikt bestehen bleiben
Konflikte innerhalb einer Familie sind häufig besonders belastend, weil sich persönliche Beziehungen und Sachfragen kaum voneinander trennen lassen. Bei einer Trennung oder Scheidung geht es beispielsweise nicht nur um finanzielle oder organisatorische Fragen. Enttäuschungen, Verletzungen und unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft können jedes Gespräch beeinflussen.
Familienmediation kann unter anderem unterstützen bei:
- Trennung und Scheidung
- Sorgerechts- und Umgangsfragen
- Konflikten zwischen Eltern und Kindern
- Streitigkeiten zwischen Geschwistern
- Generationskonflikten
- Konflikten in Patchwork-Familien
- Erbschaftskonflikten
Besonders deutlich wird das, wenn Kinder betroffen sind. Die Partnerschaft kann enden, die gemeinsame Verantwortung als Eltern bleibt. Fragen zum Sorgerecht und Umgang, zur Betreuung oder zu anderen Entscheidungen für die Kinder müssen dann häufig in einer Situation geklärt werden, in der die Kommunikation zwischen den Eltern ohnehin schwierig geworden ist.
Mediation wird unterschiedliche Vorstellungen innerhalb einer Familie nicht einfach verschwinden lassen. Das muss sie auch nicht. Wichtiger ist, wieder über das sprechen zu können, was geklärt werden muss – und gemeinsam Vereinbarungen zu finden, mit denen es weitergehen kann.
Wirtschaftsmediation – wenn Konflikte die Zusammenarbeit belasten
Im beruflichen Umfeld werden Konflikte häufig lange auf der Sachebene behandelt. Man diskutiert über Zuständigkeiten, Entscheidungen, Termine oder Leistungen. Dahinter können jedoch ganz andere Fragen stehen: Wer trägt Verantwortung? Wer wird gehört? Sind Erwartungen klar ausgesprochen worden? Und wie viel Vertrauen besteht noch in die Zusammenarbeit?
Wirtschaftsmediation kann beispielsweise sinnvoll sein bei:
- Arbeitskonflikten zwischen Mitarbeitern und Führungskräften
- innerbetrieblichen Konflikten und Teamkonflikten
- Konflikten zwischen Geschäftspartnern
- Kundenreklamationen und Beschwerdemanagement
- Streitigkeiten im Bauwesen
- Immobilien- und Mietkonflikten
Gerade bei wirtschaftlichen Konflikten stellt sich häufig eine zusätzliche Frage: Wie soll es nach dem Konflikt weitergehen? Ein Gerichtsverfahren kann eine Rechtsfrage entscheiden. Es beantwortet aber nicht automatisch, wie zwei Geschäftspartner anschließend weiter zusammenarbeiten oder wie ein Team am nächsten Morgen wieder miteinander umgehen soll.
Deshalb ist nicht nur wichtig, was geschehen ist. Es geht auch darum, wie Zusammenarbeit künftig wieder möglich sein kann und welche Vereinbarungen dafür gebraucht werden.
Wenn eine gemeinsame Mediation noch nicht möglich ist
Nicht jeder Konflikt lässt sich sofort gemeinsam bearbeiten. Manchmal ist die andere Seite nicht zu einer Mediation bereit. Manchmal weiß man selbst noch nicht, ob ein gemeinsames Gespräch überhaupt der richtige nächste Schritt ist. Und manchmal geht es zunächst darum, die eigene Situation zu sortieren. In solchen Fällen können Konfliktcoaching oder Konfliktberatung sinnvoll sein.
Konfliktcoaching – die eigenen Handlungsmöglichkeiten erkennen
Vielleicht wissen Sie ziemlich genau, was Sie am Verhalten der anderen Seite stört – aber nicht mehr, wie Sie darauf reagieren sollen. Im Konfliktcoaching betrachten wir deshalb zunächst Ihre eigene Situation: Wie hat sich der Konflikt entwickelt? Welche Rolle nehmen Sie selbst darin ein? Und welche Möglichkeiten haben Sie, mit der Situation anders umzugehen?
Wir können unterschiedliche Perspektiven und Handlungsoptionen betrachten. Das kann helfen, ein schwieriges Gespräch vorzubereiten oder zu entscheiden, ob und wie Sie die andere Seite auf eine gemeinsame Konfliktklärung ansprechen möchten.
Konfliktberatung – wenn zunächst Orientierung gefragt ist
Manchmal braucht es noch keinen längeren Prozess. Vielleicht möchten Sie zunächst einschätzen, welche Möglichkeiten es für Ihren Konflikt überhaupt gibt oder ob eine Mediation in Ihrer Situation sinnvoll sein könnte. Eine Konfliktberatung kann helfen, die Situation einzuordnen und mögliche nächste Schritte zu betrachten. Die Entscheidung bleibt bei Ihnen. Beratung bedeutet für mich nicht, Ihnen die vermeintlich richtige Lösung für Ihren Konflikt vorzugeben.
Wie eine Mediation abläuft
Eine Mediation folgt einem strukturierten Ablauf, ohne dass jeder Konflikt nach demselben Schema behandelt werden muss. Zu Beginn klären wir, welche Themen besprochen werden sollen und was für ein gemeinsames Gespräch notwendig ist.
Im weiteren Verlauf geht es darum,
- den Konflikt aus den verschiedenen Sichtweisen zu verstehen,
- die Themen herauszuarbeiten, um die es tatsächlich geht,
- Interessen, Bedürfnisse und Erwartungen hinter den Positionen sichtbar zu machen,
- mögliche Lösungen zu entwickeln und gemeinsam zu prüfen,
- und schließlich Vereinbarungen zu treffen, die für die Beteiligten tragfähig sind.
Dabei ist mir die Reihenfolge wichtig. Es geht nicht darum, möglichst schnell einen Kompromiss zu finden. Manchmal wurde schon lange über Lösungen gestritten, obwohl noch gar nicht geklärt war, was der einen Seite eigentlich wichtig ist und was die andere braucht.
Erst verstehen, dann nach Lösungen suchen. Nicht der Mediator entscheidet, was richtig ist. Die Beteiligten entscheiden selbst, was sie miteinander vereinbaren möchten.
Was Sie von einer Mediation erwarten können
Mediation ist grundsätzlich freiwillig und vertraulich. Als Mediator strukturiere ich das Gespräch und gebe den unterschiedlichen Sichtweisen Raum. Das kann etwas ermöglichen, was im Konflikt zunehmend schwierig wird: dem anderen zuzuhören, ohne seiner Sichtweise zustimmen zu müssen.
Verständnis bedeutet nicht automatisch Einverständnis. Die Beteiligten müssen nicht dieselbe Geschichte über ihren Konflikt erzählen. Sie brauchen aber eine Grundlage, auf der sie miteinander Entscheidungen für die Zukunft treffen können.
Mediation hat zugleich Grenzen. Sie setzt voraus, dass die Beteiligten ihre Entscheidungen selbst treffen können und bereit sind, miteinander an einer Lösung zu arbeiten. Wo das nicht möglich ist oder eine verbindliche rechtliche Entscheidung benötigt wird, kann ein anderes Verfahren geeigneter sein.
Den rechtlichen Rahmen bildet in Deutschland das Mediationsgesetz. Es regelt unter anderem Aufgaben und Pflichten des Mediators sowie die Verschwiegenheit.
Erfahrung und Qualifikation
Ich bin zertifizierter Mediator. Fortbildung und die Reflexion meiner eigenen Arbeit gehören für mich selbstverständlich zu einer professionellen Mediationspraxis. Neben meiner Tätigkeit als Mediator bringe ich langjährige berufliche Erfahrungen aus unterschiedlichen wirtschaftlichen Bereichen mit. Ich habe unter anderem in der Bauindustrie, Versicherungsbranche und im Bankensektor gearbeitet. Diese Erfahrungen helfen mir insbesondere in der Wirtschaftsmediation, betriebliche Abläufe, wirtschaftliche Interessen und unterschiedliche berufliche Perspektiven einzuordnen.
Auch dort, wo mir ein wirtschaftlicher Zusammenhang vertraut ist, werde ich als Mediator jedoch nicht zum fachlichen Entscheider. Meine Aufgabe bleibt, die Beteiligten dabei zu unterstützen, ihre Interessen sichtbar zu machen, miteinander ins Gespräch zu kommen und eigene Lösungen zu entwickeln.
Mediation in Dessau-Roßlau, Halle (Saale) und darüber hinaus
Mein Angebot richtet sich an Privatpersonen, Familien und Unternehmen, die Unterstützung bei der Klärung eines Konflikts suchen. Persönliche Mediationen biete ich insbesondere im Raum Dessau-Roßlau und Halle (Saale) an. Je nach Konflikt und Situation kann eine Mediation auch online sinnvoll sein. Entscheidend ist weniger der Ort als die Frage, ob das gewählte Format den Beteiligten ermöglicht, offen miteinander zu arbeiten und die notwendigen Themen in Ruhe zu besprechen.
Ist Mediation für Ihren Konflikt der richtige Weg?
Nicht jeder Konflikt braucht eine Mediation. Und manchmal lässt sich vor einem ersten Gespräch noch gar nicht beurteilen, welcher Weg sinnvoll ist. Wenn Sie überlegen, ob Mediation, Konfliktcoaching oder Konfliktberatung für Ihre Situation infrage kommt, können wir zunächst klären, worum es Ihnen geht und welche Form der Unterstützung dazu passen könnte.
Sie müssen Ihren Konflikt dafür noch nicht vollständig sortiert haben. Genau diese Orientierung kann ein erster Schritt sein.
